Semi-Supervised Learning

Semi-Supervised Learning

Semi-Supervised Learning ist eine Methode des Maschinellen Lernens, die Elemente aus überwachten und unüberwachten Verfahren kombiniert. Sie kommt zum Einsatz, wenn nur ein kleiner Teil der Daten gelabelt ist, während der Großteil unbeschriftet vorliegt. Ziel ist es, die Informationen der gelabelten Daten zu nutzen, um aus den unbeschrifteten Daten zusätzliche Strukturen und Muster zu erschließen.

Dadurch lässt sich die Abhängigkeit von umfangreichen, kostenintensiven Labeling-Prozessen reduzieren. Semi-Supervised Learning gilt als besonders praxisnah, da in vielen realen Anwendungsfällen nur wenige gelabelte Daten verfügbar sind.

Wie funktioniert Semi-Supervised Learning?

Typischerweise wird ein Modell zunächst mit den gelabelten Daten trainiert und anschließend auf die unbeschrifteten Daten angewendet, um deren mögliche Labels zu schätzen. Diese „Pseudo-Labels“ können dann genutzt werden, um das Modell weiter zu verbessern. Ergänzend kommen oft unüberwachte Verfahren wie Clustering oder Dimensionsreduktion zum Einsatz, um zusätzliche Strukturen zu erkennen.

Typische Ansätze:

  • Self-Training: Ein Modell erstellt Pseudo-Labels für unbeschriftete Daten und integriert diese in den Trainingsprozess.
  • Co-Training: Zwei Modelle werden mit unterschiedlichen Merkmalen trainiert und beschriften gegenseitig Daten.
  • Graph-basierte Methoden: Beziehungen zwischen Datenpunkten werden in Graphen abgebildet, um Labels zu propagieren.
  • Consistency Regularization: Modelle werden so trainiert, dass kleine Veränderungen in den Eingabedaten nicht zu stark unterschiedlichen Vorhersagen führen.

Praxisbeispiele:

  • Medizinische Diagnostik: Nutzung weniger gelabelter Fälle und vieler unbeschrifteter Patientendaten für bessere Modelle.
  • Spracherkennung: Einsatz kleiner Mengen transkribierter Daten zusammen mit großen Mengen Roh-Audio.
  • Textklassifikation: Verarbeitung unbeschrifteter Dokumente mit nur wenigen vorab kategorisierten Beispielen.
  • Industrie 4.0: Maschinendaten mit wenigen gelabelten Ausfällen und vielen unlabeled Sensordaten.

Vorteile von Semi-Supervised Learning:

  • Effizienz: Reduziert den Bedarf an teuren Labeling-Prozessen.
  • Verbesserte Genauigkeit: Nutzt unbeschriftete Daten, um Modelle zu stabilisieren und zu erweitern.
  • Praxisnähe: Gut geeignet für reale Szenarien mit großen Rohdatenmengen und wenigen Labels.

Herausforderungen:

  • Qualität der Pseudo-Labels: Fehlerhafte automatische Labels können das Modell verschlechtern.
  • Komplexität: Kombination mehrerer Verfahren erfordert sorgfältige Modellierung.
  • Rechenaufwand: Verarbeitung großer Mengen unbeschrifteter Daten kann ressourcenintensiv sein.

Verwandte Begriffe:

Supervised Learning, Unsupervised Learning, Self-Training, Co-Training, Pseudo-Labeling, Graph-Based Learning, Consistency Regularization, Transfer Learning, Active Learning, Self-Supervised Learning

Autor: IKTconcept Redaktion • Letzte Aktualisierung: 15. September 2025
Quelle: IKTconcept IT-Glossar, IKTconcept Startseite