Graph Neural Networks (GNN)
Graph Neural Networks (GNNs) sind spezialisierte neuronale NetzeNeuronale Netze Neuronale Netze sind ein zentrales Konzept der Künstlichen Intelligenz und bilden die Grundlage vieler moderner Machine-Learning-Meth... Mehr, die Daten in Form von Graphen verarbeiten können. Graphen bestehen aus Knoten (Nodes), die Objekte repräsentieren, und Kanten (Edges), die Beziehungen oder Verbindungen zwischen diesen Objekten darstellen. Während klassische neuronale Netze meist mit strukturierten Daten wie Bildern (Pixelraster) oder Sequenzen arbeiten, ermöglichen GNNs die Modellierung komplexer, unstrukturierter Beziehungsdaten.
Wie funktionieren GNNs?
Das Grundprinzip eines GNNs basiert auf der Nachrichtenweitergabe (Message Passing) zwischen Knoten:
- Jeder Knoten hat eine eigene Repräsentation (Feature-Vektor).
- Über die Kanten werden Informationen zwischen benachbarten Knoten ausgetauscht.
- Die neuen Repräsentationen entstehen durch Aggregation der Nachbarinformationen und anschließende Transformation durch neuronale Schichten.
Auf diese Weise lernen GNNs, sowohl die Eigenschaften einzelner Knoten als auch deren Beziehungen im Netzwerk zu berücksichtigen.
Praxisbeispiele:
- Soziale Netzwerke: Analyse von Verbindungen und Community Detection (z. B. Freundschaftsempfehlungen).
- Empfehlungssysteme: Produktempfehlungen durch Modellierung von Nutzer- und Item-Beziehungen.
- Wissensgraphen: Verarbeitung semantischer Beziehungen in Suchmaschinen und KI-Assistenten.
- Biowissenschaften: Analyse von Molekülstrukturen für Medikamentenentwicklung.
- Cybersicherheit: Erkennung von Angriffsmustern in Netzwerken.
Vorteile:
- Flexibilität: Kann mit hochgradig vernetzten, unstrukturierten Daten umgehen.
- Beziehungsorientierung: Nutzt explizit die Struktur von Daten und deren Verbindungen.
- Breite Anwendung: Von Biologie über Soziologie bis IT-SicherheitIT-Sicherheit IT-Sicherheit bezieht sich auf den Schutz von Informationstechnologiesystemen, Netzwerken und Daten vor unbefugtem Zugriff, Missbrauch, ... Mehr einsetzbar.
Herausforderungen:
- Skalierbarkeit: Bei sehr großen Graphen steigen Rechenaufwand und Speicherbedarf stark an.
- Over-Smoothing: Bei zu vielen Aggregationsschritten verlieren Knoten ihre individuelle Repräsentation.
- Interpretierbarkeit: Die Ergebnisse sind oft schwer nachzuvollziehen.
Verwandte Begriffe:
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