Shared Responsibility Model

Shared Responsibility Model

Das Shared Responsibility Model ist ein zentrales Konzept in der Cloud-Sicherheit, das die Aufgabenteilung zwischen Cloud-Anbieter und Cloud-Kunde beschreibt. Es definiert klar, wer für welche Sicherheitsaspekte verantwortlich ist – eine Unterscheidung, die oft missverstanden wird und im Ernstfall zu Sicherheitslücken führen kann.

Die grundlegende Idee: Der Cloud-Anbieter sorgt für die Sicherheit der Cloud-Infrastruktur (physische Sicherheit, Netzwerk, Hypervisor etc.), während der Kunde für die Sicherheit in der Cloud verantwortlich ist – also für Daten, Zugriffsrechte, Anwendungen, Benutzer und Konfigurationen.

Verantwortlichkeiten nach Service-Modell:

IaaS (Infrastructure as a Service):

  • Anbieter: Rechenzentrum, Server, Netzwerk, Virtualisierung
  • Kunde: Betriebssystem, Anwendungen, Daten, Zugriffsmanagement

PaaS (Platform as a Service):

  • Anbieter: Infrastruktur + Laufzeitumgebungen
  • Kunde: Anwendungslogik, Zugriff auf Daten

SaaS (Software as a Service):

  • Anbieter: Infrastruktur + Anwendung
  • Kunde: Benutzerverwaltung, Dateninhalte, Nutzungskonfiguration

Wichtige Praxisimplikationen:

  • Missverständnisse führen zu Sicherheitslücken: z. B. ungesicherte S3-Buckets in AWS
  • Verantwortung für Datensicherung, Verschlüsselung, IAM liegt beim Kunden
  • Compliance-Anforderungen (z. B. DSGVO) betreffen primär den Kunden, nicht den Provider

Verwandte Begriffe:

Cloud Security, IaaS, SaaS, Cloud Compliance, Identity Management, CASB, Zero Trust, Encryption