Glasfaser

Glasfaser (Lichtwellenleiter – LWL)

Glasfaser, auch als Lichtwellenleiter (LWL) bezeichnet, ist eine Hochgeschwindigkeits-Datenübertragungstechnologie, die Licht statt elektrischer Signale verwendet. Sie ist die bevorzugte Wahl für WAN- und Backbone-Infrastrukturen, aber auch für moderne Rechenzentren, bei denen hohe Bandbreiten, große Distanzen und elektromagnetische Unempfindlichkeit gefragt sind.

Glasfaserkabel bestehen aus einem hauchdünnen Glas- oder Kunststoffkern, der von einem Mantel und einer Schutzummantelung umgeben ist. Die Datenübertragung erfolgt durch moduliertes Licht – über Laser oder LEDs. Die Technologie ermöglicht Geschwindigkeiten bis zu mehreren 100 Gbit/s über große Entfernungen hinweg.

Glasfaser-Typen im Überblick:

  • Singlemode (OS1/OS2): Für sehr lange Strecken (bis 40 km und mehr), kleiner Kerndurchmesser (8–10 μm), Lichtquelle: Laser
  • Multimode (OM1–OM5): Für kürzere Strecken (bis 550 m), größerer Kerndurchmesser (50–62,5 μm), Lichtquelle: LED

Vorteile von Glasfaser:

  • Extrem hohe Übertragungsraten bis in den Terabit-Bereich
  • Unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störungen (EMV)
  • Keine Erdung notwendig (im Gegensatz zu Kupfer)
  • Sehr geringe Dämpfungs- und Latenzwerte

Typische Einsatzbereiche:

  • Verbindungen zwischen Gebäuden oder Rechenzentren
  • Hochverfügbarkeits-Backbones in Unternehmensnetzwerken
  • FTTH (Fiber to the Home) bei Telekommunikationsanbietern

Steckertypen:

  • LC: Kleiner Formfaktor, Standard in Rechenzentren
  • SC: Robuster Steckverbinder, oft im Backbone-Bereich
  • ST: Bajonettverschluss, veraltet aber noch verbreitet

Verwandte Begriffe:

Singlemode, Multimode, LC-Stecker, SC-Stecker, Backbone, Infrastruktur, Medienkonverter, Ethernet

Glossar / Begriffserklärungen